• In der Rathausgalerie der Gemeinde Neuhaus am Inn sind derzeit Werke von Dr. Josef Sommer (Mitte) ausgestellt.
    In der Rathausgalerie der Gemeinde Neuhaus am Inn sind derzeit Werke von Dr. Josef Sommer (Mitte) ausgestellt. Nachdem es wegen der Corona-Pandemie keine offizielle Ausstellungseröffnung gab, bedankte sich Bürgermeister Stephan Dorn (l.) bei Dr. Josef Sommer für die Präsentation seiner Werke. Mit dabei war auch Prof. Peter Beham (r.) von der Kubin-Galerie Wernstein, der Mitorganisator der vorausgegangenen Ausstellung "Kunst ohne Grenzen" war. −Foto: Lindmeier

Lebensweisheiten in Bildern verpackt

Bilderausstellung mit Gedanken von Dr. Josef Sommer in der Rathausgalerie von Neuhaus am Inn

03. Dez. 2021 –

Neuhaus am Inn. Dr. Josef Sommer ist nicht nur Tierarzt, sondern auch Künstler, der zahlreiche Holzplastiken geschaffen hat. Seine Gedanken und Lebensweisheiten gibt er aber auch auf Bildern weiter, die er mit sinnigen, manchmal auch hintergründigen Texten versieht.

Viele Einrichtungen in Neuhaus am Inn tragen seine Handschrift. Er ist gleichzeitig auch 1. Vorsitzender des Kulturfördervereins Neuhaus am Inn. So wurde von ihm der Kulturgarten "InnArt" gestaltet, der sich eindrucksvoll am Grenzübergang an der alten Innbrücke präsentiert.

Viele Projekte tragen Handschrift des Künstlers

Die zehn Installationen aus Lindenbaumscheiben, schmiedeeisernen Pflanzengebilden und Blattimitationen aus Aluminium bezeichnet der Künstler als Kreislauf des Lebens. Die Blätter hat er mit Aphorismen und Gedichten versehen. Der Kulturgarten soll zum Verweilen, Nachdenken und vor allem zum Glücklichsein einladen, hatte der ehemalige Neuhauser Bürgermeister Josef Schifferer bei dessen Eröffnung gesagt.

Dieser wurde um einen Lesegarten erweitert, der ebenfalls auf die Initiative von Dr. Sommer zurückgeht, seitdem den Namen "Kultur- und Lesegarten" trägt und sich großer Beliebtheit erfreut. Aber damit nicht genug. Denn mit dem Kunstwerk "Lebensbaum" hat der Kulturgarten vor wenigen Tagen eine weitere Attraktion bekommen. Damit stellt Dr. Sommer auf beeindruckende, aber leicht verständliche künstlerische Art den Komplex Leben dar.

Der Lebensbaum bildet eine Verbindung des Kulturgartens mit dem Lesegarten und der Blühfläche dahinter. Der Baum bietet mit seinem Nistkasten Brutmöglichkeit für Meisen. Darunter ist ein Futterhäuschen, wiederum eine Etage niedriger ein Insektenhotel – jeweils doppelt, denn eine Seite wird von den Schülern der Maria Ward Realschule und die andere Hälfte von den Neuhauser Grundschülern betreut. Der Baum hat auch einen künstlerischen Bereich: Die angebrachten Früchte und Blätter hat der Künstler mit Aphorismen versehen.

Dr. Sommer gestaltete Teile seines früheren Landwirtschaftsbetriebes in Döfreuth in einen Treffpunkt für Künstler um. So war sein Anwesen stets Station bei den Künstler-Wanderungen. Coronabedingt konnte diese 2020 und auch heuer nicht durchgeführt werden, was viele bedauerten. Zuvor aber hatten der Kulturförderverein und die Familie Kapsreiter auf dem Seierl-Hof in Afham in den "Garten der Gedichte" eingeladen. Diese Parkanlage wurde von Dr. Sommer mit rund 80 Tafeln mit Gedichten und Aphorismen versehen, die zum Nachdenken und Verweilen einladen.

Mit der Rathaus-Galerie hat die Gemeinde zudem eine Möglichkeit geschaffen, bei der sich Künstler der Öffentlichkeit präsentieren können. "Kunst ohne Grenzen" so das Thema der erst kürzlich gezeigten Ausstellung von Gemeinde, Kubin-Galerie Wernstein und Kulturförderverein. Nach der Steinaktion auf der Innbrücke wurde damit auf das Verbindende über Landesgrenzen hinweg aufmerksam gemacht und deutlich gemacht, dass Kunst eben keine Grenze kennt. Galeriebetreiber Prof. Peter Beham und Dr. Josef Sommer konnten für diese Ausstellung, die nun zu Ende ging, Werke von 14 Künstlern aus Bayern und Österreich akquirieren.

Nun aber werden in der Rathausgalerie Bilder gezeigt, die Dr. Sommer geschaffen beziehungsweise mit Gedichten versehen hat. Dabei ist unter anderem zu lesen: "Freunde sind wie Sterne. Sie werden in der Dunkelheit sichtbar" oder "Der Weg zur Quelle führt immer gegen den Strom".

Nächste Ausstellung von Schülern gestaltet

Humorvoll ist die Anmerkung: "Die Tiere und die Menschen erkennt man an dem Mist, den sie machen". Zum Nachdenken regen die Zeilen an: " Wenn wir im Leben achtsam stehen, erfahren wir in unserm Sinn: Die Welt, die Dinge achtsam sehen, begleitet uns zum Wunder hin, zum Kieselstein am Wegesrand, zur Rinde eines Apfelbaumes, zum Bitten einer Kinderhand, zur Weite eines Landschaftsraumes". Gerade für die jetzige Corona-Zeit passt der Spruch "Die wertvollen Geschenke gibt es nirgendwo zu kaufen".

Wegen der aktuellen Situation war eine offizielle Ausstellungseröffnung nicht möglich. Bürgermeister Stephan Dorn konnte nur den Künstler Dr. Josef Sommer und Prof. Peter Beham begrüßen. Dorn freute sich aber besonders darüber, dass die Rathausgalerie die Werke des Vorsitzenden des Kulturfördervereins in den nächsten Wochen zeigen kann. Aber auch danach gibt es wieder etwas anzuschauen, denn Dr. Sommer hat bereits mit der Leiterin der Maria Ward Realschule, Astrid Schmid vereinbart, dass die Schüler Stücke für die nächste Ausstellung in der Rathausgalerie schaffen.

Markus Lindmeier

Passauer Neue Presse, 3. Dezember 2021

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