• Die "Exen" Dorothee Carls und Annika Pilstl mit ihrer Puppenclownerei "Hühner"
    Gäste bei der Premiere im Dorfgemeinschaftshaus Mittich waren die "Exen" Dorothee Carls und Annika Pilstl, die mit ihren Puppenclownereien zum Thema "Huhn und Ei" das Publikum begeisterten. - Foto: Edelhoff

"Huhn ist auch nur ein Mensch"

Kulturförderverein Neuhaus lud zum ersten Mal ins Dorfgemeinschaftshaus Mittich ein

20. Jan. 2018 –

Mittich. Mitten auf der Bühne - ein leerer Tisch. Hinter dem Tisch - Knarzen und Rattern, Bimmeln und Tuten. Die Zuschauer gepsannt, vielleicht etwas verwirrt. Dann kommt auch noch eine Decke aus Kunstrasen auf dem Tisch und hinter dem Tisch ein Baum, nein, eher ein krummer Ast - was wird das werden?

Doese Frage stellten soch wohl einiger der Zuschauer  Kinder und Erwachsene - im Dorfgemeinschaftshaus Mittich. Dorthin lud der Kulturförderverein Neuhaus am Inn zum ersten Mal ein. Gäste: die exen, ein Ensemble freier Puppenspielerinnen, in diesem Fall Dorothee Carls und Annika Pilstl. Der Saal des Dorfgemeinschaftshauses gefüllt mit vielen Kindern, deren Eltern und Interessierten, die gespannt auf die die Aufführung "Hühner - Puppenclownerei mit Ei", warteten.

Und dann gings auch schon los. Die Hauptdarstellerinnen, zwei Hühner, Roberta und Agathe. Die Spielerinnen, in skurilem Gewand - blaues Häubchen, große Brille, kurzer Rock, zu kurze Krawatte, irgendwie seltsam, doch ausgesprochen symphatisch. Das Huhn Agathe, ein Vulkan aus guter Laune. Früh aufsteht, gut gelaunt durchs Haus gackern, frühstücken, ein Ei legen, small talk mit dem Eierlieferanten - eine perfekte Vertretrin der heutigen Zeit. Fit sein, fröhlich sein, ständig etwas vor haben, immer up to date und nur nicht sinnlos herumsitzen. Der gegenpol Roberta, die Nachbarin, ein gemütliches Huhn, lange schlafen, sich nur nicht zu schnell bewegen, Blümchentapete an der wand, schmerzende Hühneraugen und immeretwas missmutig. Noch kein Ei gelegt, vielleicht später oder doch lieber erst morgen, da kommt der Eierlieferant ja wieder.

Das kann nicht gut gehen. ... - red

Passauer Neue Presse, 20. Jan. 2018

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